OBS1 - Celle

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Oberschule Celle 1

mit Außenstelle Neustadt

Welfenallee 11

29225 Celle

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 Willkommen auf der Oberschule Celle 1

 

Erst auf Weihnachtsmärkten und nun im Unterricht: Bernd Schlawer erklärt den Schülern die nachgebaute Gutenbergpresse und präsentiert ihnen das bedruckte Blatt.

 

OBS I Celle: Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten Da staunten die Schüler der Oberschule I an der Welfenallee nicht schlecht. Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes lernten sie etwas über die Anfänge der Buchdruckerkunst. In Zeiten, in denen es nichts Besonderes mehr ist, Gedrucktes in den Händen zu halten und Infos auch problemlos aus dem Internet „gezogen“ werden können, war es eine spannende Sache, mal zu hören – und zu sehen – wie der Buchdruck seinen mühevollen Anfang nahm. HEESE. Die Eheleute Schlawer interessierten sich schon immer für die „schwarze Kunst“. Zunächst waren sie mit einer nachgebauten Gutenbergpresse auf Weihnachtsmärkten unterwegs, um Interessierten einen Einblick in die Anfänge des Buchdruckens zu vermitteln. Bei einem dieser „Auftritte“ wurden sie dann von einem Lehrer angesprochen, der die beiden dafür gewinnen konnte, ihre ganz besondere Geschichts- und Religionsstunde künftig an Schulen abzuhalten. Seit mittlerweile 16 Jahren sind die Eheleute nun also schon mit ihrer Gutenberg-Presse an Schulen unterwegs, und die Nachfrage ist ungebrochen. Die Unterrichtsstunde läuft dabei nach folgendem Schema ab: Nach einem Einführungsvortrag, bei dem die Schüler über die Vervielfältigung von Schriftsätzen in der Geschichte aufgeklärt werden und etwas über Gutenbergs Erfindungen wie bewegliche Lettern und die Spindelpresse erfahren, wird eben diese Buchpresse erläutert und auch die Entstehung der Gutenberg-Bibel. Zu guter Letzt darf sich dann jeder selbst als Drucker betätigen und einen Bibelvers zu Papier bringen. Während also die einen „Druck machten“, hatten ihre Mitschüler die Möglichkeit, sich verschiedene Exponate, alte Bibeln und kunstvoll verzierte Seiten der Gutenberg-Bibel anzuschauen. Auch die Herkunft bestimmter Worte und Redensarten wurde aufgeklärt. Wussten Sie zum Beispiel, woher die Bezeichnung Buchstabe kommt? Man könnte denken, das sich das Wort von Buch ableitet, aber so ist es nicht. Vielmehr wurden die beweglichen Lettern, aus denen letztlich ganze Sätze und Buchseiten entstanden, aus Buchenholz gefertigt, also sozusagen Stäbe aus Buchenholz, in die spiegelverkehrt die Lettern geschnitzt waren. Und woher kommt der Ausspruch „ein Buch aufschlagen“? Der war zur damaligen Zeit durchaus wörtlich zu nehmen. Bücher waren nämlich oftmals mit Riegeln verschlossen, die durch einen beherzten Schlag auf den Buchdeckel aufsprangen. Das wurde dann mit großer Begeisterung von den Schülern ausprobiert. Der 13-jährige Lennox Suhr war von dieser Praxis jedenfalls sehr angetan: „Die Unterrichtsstunde war wirklich interessant“, lautete sein Fazit, „vor allem die Sache mit dem Buchaufschlagen.“ Aber auch die Frage, was man denn heute für eine Gutenberg-Bibel zahlen müsste, wenn man sie mit den Mitteln und dem Aufwand der damaligen Zeit produzieren würde, wurde beantwortet. Die Schätzungen der Schüler lagen zwischen 10 und 100.000 Euro. Tatsächlich wären heutzutage rund 35.000 Euro für solch ein prachtvolles Exemplar fällig. Autor: Kirsten Glatzer

veröffentlicht: Cellesche Zeitung am 17.11.2017 

 

 

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